Freiwilligenagenturen in Berlin

Freiwilligenagenturen beraten in Deutschland seit mehr als 30 Jahren Menschen zu den Möglichkeiten, sich in ihrer Stadt oder ihrer Nachbarschaft freiwillig zu engagieren. Deutschlandweit schließen sie sich unter dem Dach der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen (bagfa zusammen), in Berlin treffen und tauschen sie sich im Netzwerk der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen (lagfa Berlin) aus. Die FreiwilligenAgentur Fabrik Osloer Straße ist in beiden Netzwerken vertreten. Auf den Internetseiten der bagfa und der lagfa kann weiteres über die Organisationsform „Freiwilligenagentur“ und über aktuelle Themen, Veranstaltung und Diskussionen nachgelesen werden.

Aber auch wir setzen uns mit der „Landschaft“ der Engagementförderung auseinander und kooperieren mit zahlreichen Kolleg*innen in anderen Freiwilligenagenturen.

Unser Mitarbeiter Lukas Heimes hat im Rahmen seiner Masterarbeit die Freiwilligenagenturen in Berlin untersucht. Hier stellt er die Ergebnisse der Untersuchung vor. Außerdem kann der gesamte Text der Masterarbeit als PDF heruntergeladen werden.

Zusammenfassung der Masterarbeit

Im Oktober 2016 gibt es in Berlin 22 Freiwilligenagenturen. Alle im Rahmen dieser Untersuchung befragten Freiwilligenagenturen beraten BürgerInnen  zu freiwilligen Engagementmöglichkeiten und machen Öffentlichkeitsarbeit für die Freiwilligentätigkeit. Die große Mehrzahl begleitet außerdem zivilgesellschaftliche Organisationen in der Arbeit mit Freiwilligen. Die Mehrzahl der befragten Berliner Freiwilligenagenturen ist in Trägerschaft eines Vereins. Eine Bezirksverwaltung ist bei drei Befragten Trägerin. Jeweils zwei Agenturen gehören einem Wohlfahrtsverband, einer Stiftung oder einer (gemeinnützigen) GmbH an.

Das Jahresbudget lässt sich bei einem Viertel der befragten Berliner Freiwilligenagenturen auf jeweils unter 10.000 Euro beziffern. Knapp einem Drittel der Berliner Freiwilligenagenturen steht ein Gesamtbudget von zwischen 10.000 und 50.000 Euro zur Verfügung. Einer Agentur stehen 80.000 Euro zur Verfügung. Jeweils zwei Agenturen arbeiten mit einem Jahresbudget von zwischen 100.001 und 150.000, bzw. zwischen 150.001 und 200.000 Euro. Einer Agentur stehen mehr als 200.000 Euro pro Jahr zur Verfügung.

Die öffentliche Hand ist die wichtigste Geldgeberin für Freiwilligenagenturen – häufig in Form von institutioneller Förderung. Auch projektgebundene Mittel (zum Teil ebenfalls aus öffentlichen Töpfen) und selbsterwirtschaftete Mittel tragen maßgeblich zur Finanzierung der Freiwilligenagenturen bei.
Bezüglich der Struktur der MitarbeiterInnen gaben fast alle befragten Freiwilligenagenturen an, selbst Unterstützung von Freiwilligen zu erhalten. Hauptamtliche MitarbeiterInnen in Vollzeit sind bei der Hälfte der Agenturen eingestellt. Etwas mehr als die Hälfte der Organisationen beschäftigen HauptamtlerInnen in Teilzeit.

Die Handlungslogik der Berliner Freiwilligenagenturen kann als eher informell / zivilgesellschaftlich bezeichnet werden.

Im Laufe der sogenannten Flüchtlingskrise nahm die Fülle an Aufgaben für Freiwilligenagenturen in Berlin nach deren Selbstangabe zu. Gleichzeitig stieg das durchschnittliche Jahresbudget – vor allem durch projektgebundene öffentliche Mittel. Die Handlungslogik der Berliner Freiwilligenagenturen änderte sich durch die „Flüchtlingskrise“ nicht merklich.